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Neue Kursorte ab Sommer 2015

Ab Sommer 2015 auch Lateinkurse in Leipzig, Münster, Zürich und Wien  

Jedes Semester stehen Tausende von Studenten vor einer unerwarteten Sprachhürde: Wer sich beispielsweise für Geschichte, Philosophie, Buchwissenschaften oder Anglistik eingeschrieben hat, der muss Lateinkenntnisse vorweisen, um sein Studium fortsetzen zu können. Theologen, Romanisten und Archäologen müssen zum Teil sogar das anspruchsvollere Latinum in der Tasche haben. Einige von Ihnen hatten in der Schule Latein als tote Sprache abgewählt, andere haben ein Gymnasium besucht, das Latein gar nicht erst angeboten hatte. Hinzu kommt, dass viele Universitäten Lateinkenntnisse einfach voraussetzen, ohne dabei ein adäquates Sprachprogramm anzubieten. Viele Studenten finden sich in hoffnungslos überfüllten Hörsälen wieder, um sich durch die Lehrangebote der Altphilologen zu schlagen. Nicht wenige verlassen deshalb frustriert die Hochschule oder wechseln das Fach.

Auch Marko (28), der in Dresden Geschichte und Politikwissenschaften studiert, sah seinen angestrebten Bachelorabschluss bereits in Gefahr. Fünf Unikurse musste er zuvor ohne Erfolg abbrechen, bis er von einem Freund auf die Intensivkurse der Academia Linguae hingewiesen wurde. Die 2007 von der ehemaligen Frankfurter Philosophiestudentin Claudia Sentürk gegründete Lateinschule verspricht, innerhalb von vier Wochen je nach Anforderungen und Vorkenntnissen Lateinkenntnisse zu erlangen oder die Vorbereitung auf die Latinumprüfung. Die hohen Erfolgsquoten begründet die Lateinschule mit kleinen Klassen und erfahrenen Lehrern. Auch Marko schätzte besonders die angenehme Atmosphäre, die ihm half, sich auf seine Prüfungsklausur am Ende der vier Wochen vorzubereiten. Am Ende reichte es für die Note 3,0. Markos Bachelorabschluss steht somit nichts mehr im Weg.

Mund-zu-Mund-Propaganda an den Universitäten sorgte dafür, dass die Intensivkurse, die anfangs nur in Frankfurt, Köln und Mainz stattfanden, nach und nach auf andere Städte ausgedehnt wurden. Seitdem kamen Stuttgart, Passau, München, Hamburg und Berlin als weitere Unterrichtsstandorte hinzu. Ab Sommersemester werden die Universitätsstädte Leipzig, Münster, Zürich und Wien neu ins Programm aufgenommen, damit erfolgt erstmals eine Expansion der altsprachlichen Schule ins Ausland. Für Marko kam diese Neuigkeit allerdings ein Semester zu spät: „Mit Leipzig als neuen Kursstandort hätte ich nicht so weit fahren müssen“ erklärt der Dresdener. Er war dazu eigens nach Hamburg gereist.